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Zwischen-Bilanz

Floating up im Englischen Garten

Vor eineinhalb Jahren habe ich mit dem Hoopen angefangen.

Mittlerweile habe ich 27 Reifen. 5 davon nutze ich nicht mehr und 3 weitere sind Reserve-Reifen, die in Offenbach auf mich warten. Alle anderen sind geliebt + nonstop in Gebrauch. Unter den ständig genutzten gibt’s sechs Pärchen.

Das Tolle am Hooping ist ja, dass es praktisch ständig Fortschritte gibt. Manchmal sind sie klein, manchmal sind es Durchbrüche – doch von Tag zu Tag [manchmal von Stunde zu Stunde] geht es merklich voran. Das finde ich nach wie vor ein richtiges kleines Wunder und es fühlt sich toll an! Darum habe ich in diesen eineinhalb Jahren fast täglich geübt, außer ich war mal krank oder bin weggefahren.

Bereits wenige Minuten bringen was – es muss nicht immer eine lange Trainingssession sein. Oft nehme ich über den Tag verteilt mehrmals kurz die Reifen in die Hand. So lernen Hirn und Körper sogar sehr viel schneller, was ich von ihnen will.

Da ich mit verschiedenen Größen, on- und off body, teils mit einem, teils mit zwei Reifen gleichzeitig übe, bleibe ich nicht immer konsequent an einer Sache. Ich liebe die Abwechslung – gerade die Koordination, die zwei Reifen gleichzeitig fordern, ist mitunter erst mal happig.

Das Schöne ist, dass alles ineinander greift und ich gerade von der Vielseitigkeit profitiere. Auch übe ich immer alles in beide Richtungen, was ein wenig mehr Geduld erfordert, weil eine Seite nicht so schnell und sicher greift, wie die dominante Hand. Das ist bei mir als Rechtshänderin meistens die linke Seite, doch es gibt interessanterweise Bewegungen, in denen die linke überlegen ist. Ich habe mich gefragt, woran das liegen könnte und bin auf die Computermaus gekommen! Immerhin arbeite ich seit über dreißig Jahren täglich stundenlang am Computer und das Arbeiten mit der Maus ist, wenn man sich das mal bewusster anschaut, recht starr. Die Ruhehaltung, das Klicken, das Scrollen, … da ist nicht viel Bewegung drin! Das linke Handgelenk ist gerade bei Drehbewegungen fitter als das rechte.

Momentan ist die Phase, wo ich merke, dass ich richtig gut werde.

Zurzeit spüre ich einen Riesensprung nach vorne: Nicht nur weil vieles jetzt geht, was zuvor unmöglich erschien, sondern weil …

  • sich das Handling der Reifen für mich sehr locker und leicht anfühlt (außer ich lerne was ganz neu oder bin gerade dabei, etwas zu meistern),
  • ich ein viel besseres Körpergefühl für und mit den Reifen bekommen habe und dadurch besser mit dem Timing umgehen und damit spielen kann,
  • vieles endlich automatisch abläuft, ich also nicht mehr stocke und überlege, wie es weitergeht oder nicht mehr weiter weiß, sondern immer öfter erstaunt zusehe, was mein Körper da automatisch macht.
  • ich immer mehr Dance ins Hoopen bringe. Es ist nämlich gar nicht so einfach, sich formschön zur Musik zu bewegen, gleichzeitig den Reifen zu manipulieren – und zwar so, dass es passt. Ein Bewegungsablauf oder „Trick“, der im Stehen wunderbar funktioniert, ist sehr viel schwieriger in Bewegung, gerade wenn die Bewegung nicht konstant bleibt, also nicht einfach nur eine Drehung ist, sondern ein Hin- und Hertänzeln oder eine Rauf- und Runterbewegung mit dem ganzen Körper. Langsam bildet sich mein eigener Stil heraus.
  • ich auch exakter bin: Wenn man Bewegungsabläufe frisch lernt, sind sie unnötig ausladend oder die Reifen schlingern, halten ihre Ebene (planes) nicht ein oder man ist zu hektisch. Abgesehen davon, dass das nicht so schön aussieht und viel mehr aktive Steuerung erfordert, ist es bei vielen Bewegungsabläufen fatal, wenn man falsch ansetzt. Beim Hooping mit zwei Reifen kommen sich die Reifen in die Quere, wenn man schlampig hoopt.
  • An meinem Resting Bitch Face muss ich noch arbeiten. Haha! Daheim, vor dem Spiegel, kann ich das jetzt schon ganz gut – freundlich zu schauen, Blickkontakt zu halten. Doch wenn ich gerade was lerne und mich konzentriere oder wenn eine Kamera auf mich gerichtet ist, schaue ich meistens noch blöd oder stiere mit gerunzelter Stirn vor mich hin.

Es dauert jetzt nicht mehr lange, dann traue ich mich an Hoopdance-Videos und kann euch zeigen, was ich bisher gelernt habe.

Nächstes Jahr wird es langsam aufregend!

In den ersten Monaten habe ich sehr viele youtube-Videos geschaut und gemerkt, dass anscheinend die meisten Leute nach zwei Jahren richtig gut sind. Das war so ein wenig mein Maßstab – und tatsächlich ist das so. Denn wenn ein bestimmtes erstes Level erreicht ist, gehen die Fortschritte noch schneller. Das merke ich jetzt schon.

Ich bin also sehr gespannt, wie gut ich im Sommer bin, wenn ich die zwei Jahre voll habe. Ab da bin ich dann ohnehin gefordert, konkreter zu überlegen, wie das Danach aussieht und erste Schritte dahingehend zu machen. Fest steht, und das ist bereits verkündet, dass ich Ende 2020 mit meinen Schreibcoachings und –workshops aufhöre. Das ist das Business, mit dem ich dann zehn Jahre lang mein Geld verdient habe.

Das ist durchaus aufregend, denn es ist ein radikaler Schnitt nicht nur für mein Berufs-, sondern fürs gesamte Leben. Ohne Netz und doppelten Boden!

Um mit dem Hoopen genug Geld zu verdienen, das wird natürlich dauern, denn ich starte dann ja in dieser Beziehung von Null. Darum wird es irgendeine Übergangszeit geben, in der ich vermutlich parallel irgendetwas im Netz noch machen werde, um Geld zu verdienen. Was das dann ist, werde ich mir nächstes Jahr ebenfalls überlegen. Demnächst starte ich einen Testballon mit Patreon, um mit Content Geld zu verdienen (ohne Aufwand für die Verwaltung). Alles, was sonst so ist, überlege ich mir ab dem Sommer.

Erstmal richtig gut werden, damit ich Anfang 2021 eine für meine Businesszwecke schon recht spektakuläre Hooperin bin. 😉

 

Veröffentlicht von

Ich habe mein ganzes Leben lang etwas gesucht, das ich so gerne mache, dass ich mich nicht dazu aufrappeln muss. Jetzt hab ichs gefunden.