Artikel

Wiederholen, wiederholen, wiederholen

Das Wiederholen ist natürlich eine absolute Konstante. Was mir bei Bewegungssachen immer am besten gefällt – und mich bei der Stange hält: Dass es völlig ausreicht, wenig zu machen, aber dafür kontinuierlich.

Abläufe, wie die hier in den kurzen Videos, mache ich oft nur fünf bis zehn Mal zwischendurch, entweder zwei-, dreimal am Tag oder nicht mal das: Manchmal nur einmal und dann morgen noch mal … und übermorgen … Gehirn + Körper lernen zwischendurch, was sie zu tun haben, also in der Zeit, in der man nicht übt, wie ich hier anhand meiner Erfahrung mit dem Stabilometer eindrucksvoll erlebt habe.

Timing ist absolut wichtig beim Hoopen.

Fehlt der Schwung oder wird es zu schwungvoll, gibt man zu früh oder zu spät ab, ist man zu krampfig oder zu lasch, dann funktionieren bestimmte Dinge einfach nicht. Jetzt ist es aber die eine Sache, zu wissen, wie was soll – und die andere, dass der Körper es rechtzeitig und koordiniert ausführt. Erst recht, weil das natürlich lauter Bewegungen sind, die man im Alltag selten macht, oft sogar noch nie gemacht hat.

Bei einigen Tricks ist das anfangs richtig stressig, beispielsweise in einen sich drehenden Reifen reingreifen oder den Kopf durchstecken. Bei den ersten Versuchen entsteht innerlich eine richtige Unruhe, obwohl ja nichts passieren kann: Normalerweise greift man nicht in was Rotierendes. Instinktiv gibts ein Zögern  oder zu viel Hektik. Doch das legt sich bereits nach wenigen Wiederholungen.

Hier den Fuß im richtigen Timing und an der richtigen Stelle reinzustecken, ging das erste Mal gar nicht. Bei der zweiten Übungssession ging es nicht oder mal verunglückt und mit großer Hektik. Und das ist der dritte Tag. Wie gesagt: jeweils nur wenige Wiederholungen pro Übungstag.

Obwohl das noch lange nicht fertig ist, sieht es mit den Fortschritten bereits gut aus, weil die Technik prinzipiell stimmt: Der Reifen kommt zu mir zurück, ich kann ihn fangen. Aber ich bin innerlich noch zu sehr in „Hab acht“-Stellung und noch ein wenig überrascht beim Fangen. Wenn ich das heute Nachmittag erneut probiere, ist bereits wieder viel mehr Ruhe drin.

Wenn das sitzt, kann ich anfangen, diesen Trick einzubauen und zu variieren, was dann – je nachdem, was danach kommen soll – neuen Lernstoff gibt: höher kicken, weiter kicken, fangen und flüssig mit den Armen den Reifen weiter manipulieren, vielleicht den Arm strecken oder einen Fold dranbauen. Oder den Reifen nicht fangen, sondern mit dem ausgestrecken Arm in einen Roll übergehen. Die Möglichkeiten sind endlos und immer braucht es weitere Übungsimpulse, damit der Körper versteht: „Ah, jetzt soll ich das machen!“. Damit ich letztlich überhaupt nicht mehr bewusst überlegen muss, was jetzt passieren soll, sondern automatisch mache und reagiere.

 

Veröffentlicht von

Ich habe mein ganzes Leben lang etwas gesucht, das ich so gerne mache, dass ich mich nicht dazu aufrappeln muss. Jetzt hab ichs gefunden.