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Warum ich beim Üben filme

Nicht immer, aber punktuell, mache ich ein kleines Video beim Üben. Die meisten Filmchen sind nur für mich bestimmt.

Aber natürlich ist es auch schön, hier im Blog oder auf Social Media zu posten, um etwa bei den Stäben oder beim Einrad den Weg vom blutigen Anfang an zu dokumentieren.

Das Filmen motiviert – und inspiriert

Mich selbst motiviert es, weil ich zeigen kann, woran ich gerade übe oder was auf einmal klappt. Zudem hoffe ich, ich inspiriere den einen oder anderen, es mal auszuprobieren. So habe ich die Reifen, die Stäbe, etc. für mich entdeckt: Ich habe bei anderen gesehen, was man damit alles machen kann und irgendwann gedacht „Das sieht toll aus!“, „Das könnte Spaß machen!“, „Das würde ich auch gern können!“.

Wenn man sieht, was andere machen und wie sie dranbleiben, dann inspiriert das mitunter dazu, etwas Eigenes wieder anzufangen oder öfter zu üben. Insbesondere dann, wenn die Videos nicht super perfekt sind, sondern wenn klar ist: Das dauert, das geht oft mal schief, das ist ein Prozess. Außerdem ist es schön, wenn andere teilhaben, wenn sie sich mitfreuen über einen Erfolg oder sagen „Bleib dran, das klappt bald!“.

Es hält Fortschritte fest

Es gibt bei jeder neuen Fähigkeit so viele Dinge, die am Anfang unerreichbar scheinen. Während des Übens funktioniert manches überraschend flott, anderes entzieht sich monatelang. Bei komplexeren Bewegungsabläufen kann es sein, dass man denkt „Das gibt es doch nicht, dass ich diesen speziellen Trick schon wochen- oder monatelang nicht hinbekomme!“ – Dabei ist das gar nicht so, sondern es sieht insgesamt schon super aus, hakelt tatsächlich jedoch nur noch an einer oder zwei Stellen.

Oder: Die Technik ist da. Nur der flüssige Ablauf fehlt noch.

Das alles kann man ohne Video schlecht sehen. Tatsächlich gibt es unglaublich viele Fortschritte und von außen betrachtet sieht etwas oft spektakulär aus.

So oder so: Ich kann bei einzelnen Tricks – vor allem aber insgesamt – meine Fortschritte im Vergleich zu früheren Videos sehen. Das gesamte Handling, wie ich dastehe, wie viel sicherer ich mittlerweile mit dem Reifen umgehe. Oft sieht man nur das, was noch nicht funktioniert, und da natürlich das Ziel ist, besser zu werden, liegt die Latte stets ein wenig außer der Reichweite. Die Rückschau ist genauso wichtig!

Es macht Fehler und Ungenauigkeiten sichtbar

Ganz besonders wichtig ist, dass ich auf Videos Details wahrnehme. So ist etwa bei allem, was ich aktuell übe, die Haltung enorm wichtig: Wie stehe ich da, wo sind Arme, Hände, etc. … Abgesehen davon, dass man es oft anders einschätzt [„Ich habe ganz sicher den Arm gestreckt!“] ist man beim Üben mit anderem beschäftigt, als auf Details zu achten.

Dazu ein perfektes Beispiel:

Ich habe erst beim Schauen des Videos gemerkt, dass ich auf einer Seite immer einen kleinen Schritt nach vorne mache, anstatt stehen zu bleiben. Wenn mich wer gefragt hätte, hätte ich überzeugt gesagt: „Nein, ich stehe fest auf der Stelle!“ Das tue ich, aber eben nur auf einer Seite.

Genau solche Kleinigkeiten sind ein relevantes Detail, von dem abhängt, dass ich den Trick überhaupt so richtig meistern kann – und zwar, ohne dass es schlampig wird.

Vor allem kann ich rechtzeitig korrigieren, bevor ich mir unbemerkt etwas monatelang angewöhne, was ich mir später mühsam wieder abtrainieren muss.

 

 

Veröffentlicht von

Ich habe mein ganzes Leben lang etwas gesucht, das ich so gerne mache, dass ich mich nicht dazu aufrappeln muss. Jetzt hab ichs gefunden.