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Mein erster Hoop-Workshop!

Vorletztes Wochenende habe ich einen Workshop bei Babz Robinson mitgemacht. Schon beim Buchen war ich ganz aufgeregt [was ich praktisch nie bin bei sowas].

Fun Fact: Je älter ich werde, desto weniger seminarkompatibel bin ich.

Mich nervt es tierisch, dass – nicht „wenn“ – sowohl die Lehrer, als auch die Teilnehmer unpünktlich sind: Beim Anfangen, bei Pausen. Das ist keine Ausnahme! Das ist in jedem Seminar so, das ich jemals besucht habe. Und das „Entschuldigung, dass ich zu spät bin, weil …“ ist offenbar längst aus der Mode. Man kommt halt, wann man will. – Das fand ich schon immer ätzend. Darum hab ich in meinen Präsenzseminaren immer gesagt „Es gibt nur eine Regel: Seid pünktlich! Wenn wir Zeiten ausmachen, heißt das, dass wir zu diesen Zeiten anfangen, nicht langsam mal eintrudeln. Wenn Ihr mehr Zeit braucht, machen wir eine Viertelstunde später aus. Aber was vereinbart ist, gilt.“

Ich lerne durch Wiederholungen. Gerade Bewegungen muss ich öfter sehen, Details nachfragen und es dann selbst erst wieder und wieder machen. – Ich achte bei Gruppen schon drauf, andere nicht aufzuhalten, aber ich stelle halt aktiv Fragen und fordere Trainer durchaus. Das ist nicht immer erwünscht, und manchmal stellt sich raus, dass Trainer mit Fragen überfordert sind. Da merkt man dann, wer Praxis hat und wer nur Theorie abspult.

Ich will Spaß beim Lernen haben. Ja: Diszipliniert dabei sein, aber doch bitte nicht zum Lachen in den Keller gehen. Das ist ebenfalls immer Glückssache. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Der Trainer machts. Wenn Trainer einfach nur ihr Zeug durchziehen und keine entsprechende Atmosphäre schaffen, dann plätschert alles so nebeneinander her.

Aus diesen Gründen gehe ich kaum noch in Gruppenkurse – nur wenn mir was besonders attraktiv erscheint und ich nicht anders kann. 😉 Ich lerne fast alles aus Videos: Onlinekurse von Safire, Deanne Love und Emma Kenna, die ich sämtlich empfehlen kann. Und natürlich durch Tutorials auf youtube.

Anfang Mai erschien dann in meiner Instagram-Timeline eine München-Workshop-Info von Babz, und mein Herz schlug gleich schneller. Babz Robinson ist in der Hoopszene bekannt – sie ist aus Kanada, hoopt schon seit fünfzehn Jahren. Alles selbst beigebracht, weil es anfangs kaum Videos gab. Ich kenne sie von ihren witzigen, außergewöhnlichen Tutorials, u. a.:

Da will ich hin!

Samstag

Wir sind ungefähr zu zehnt. Die Atmosphäre ist auf Anhieb sehr nett, jeder geht gleich auf die anderen zu – die Hoop-Community hat nicht umsonst den Ruf, sehr unterstützend zu sein. Im Nullkommanix reden alle miteinander, noch bevor es offziell angefangen hat. Eine Teilnehmerin denkt, wir kennen uns alle schon länger, was aber nicht so ist.

Zum Auftakt gehts ums Fallenlassen des Reifens. Das passiert praktisch ständig, nicht nur als Anfänger. Anstatt sich einfach zu bücken, geht das spektakulärer, indem man den Hoop mit dem Fuß wieder nach oben kickt [der Foot Flip wird bei 0:25 Minute gezeigt]:

Das üben wir direkt mal ausgiebig.

Ansonsten gehts am ersten Tag viel um Coin Flips und Coin Tosses. Dabei dreht sich der Reifen wie eine Münze (Coin) um die eigene Achse.

Coin Flips oder Tosses gehen überall am Körper oder eben in der Luft.

Beim Wrap & Tap-Trick im ersten Video ist im Mittelteil ein Coin Toss, den man nach der ersten Hälfte mit der Hand stoppt und zurückdreht. Da ich das alleine nicht hinbekommen habe und es im Workshop eh gerade um Coin Tosses geht, nehme ich die Gelegenheit wahr, nachzufragen. Und schon üben wir alle den Wrap & Tap. Nach einigen Versuchen funktioniert er sogar. Noch nicht sauber und locker, aber der Bewegungsablauf klappt. Yay!

Obwohl ich sonst ziemlich viel Würfe mache, sind die Coin Tosses für mich neu:

  • in verschiedener Höhe in die Luft werfen,
  • über den ausgestreckten Arm „brechen“,
  • übers Bein,
  • am Hals,
  • … praktisch um jeden Körperteil kann sich der Reifen um die eigene Achse drehen.

Babz sagt zwar, ich mache dabei alles richtig, aber für mich fühlt es sich dennoch meistens nicht richtig an. Da ist jetzt Üben angesagt, bis ich selbst das Gefühl habe, jetzt habe ich den Bogen raus.

Da der Reifen sich dreht, ist es nicht immer so leicht, exakt zu fangen. Also üben wir „unauberes“ Fangen und wie man weitermachen kann – und den Reifen wieder unter Kontrolle zu bekommen, wenn das Fangen ungeplant verläuft, der Reifen etwa am Arm landet, statt in der Hand.

Das ist natürlich nicht alles, was wir am Samstag machen, nur einige Schwerpunkte. Dazwischen ist immer genug Zeit zum Üben. Es geht darum, den eigenen Flow, also wie sich alles miteinander verbinden lässt, immer wieder auszutesten, mit vermeintlichen Fehlern umzugehen und nicht einfach abrupt aufzuhören, wenn was schief geht.

Am Ende dann die Ankündigung, dass wir morgen hauptsächlich Ellbogen-Hooping machen. Uiuiui.

Sonntag

In einigen Wochen wird es ein Jahr, dass ich mir meinen ersten Reifen gekauft habe. In dieser Zeit habe ich schon total viel probiert und geübt. – Doch Elbow-Hooping war nicht dabei! Da der heutige Tag wohl hauptsächlich darum geht, muss ich zumindest noch schnell die Basics lernen. Also vor dem Workshop schnell ein Tutorial reinziehen und ein wenig üben, bis ich es schaffe, den Reifen am Ellbogen zu drehen. Das muss reichen!

Heute machen wir wieder alles Mögliche, doch der Großteil der Zeit gehört dem Hoopen am Ellbogen:

  • vertikales Kreisen am Ellbogen,
  • wie man den Reifen von allen Seiten auf den Ellbogen bekommt und wie es danach wieder weitergehen kann,
  • Elbow Tosses: Also den Reifen vom Ellbogen hochwerfen und wieder fangen (mit der Hand oder mit dem Ellbogen),
  • den Reifen vor oder hinter dem Körper von Ellbogen zu Ellbogen weitergeben.
  • Zum Schluss machen wir noch ein bisschen horizontales Kreisen am Ellbogen.

Obwohl das alles totales Neuland ist, komme ich ganz gut mit. Natürlich klappt nicht alles gleich! Zum Beispiel schaffe ich es sehr schnell  wenn der Reifen in der Hand nach vorne kreist, ihn von dort auf den Ellbogen zu bekommen: Man steckt einfach an der richtigen Stelle den Ellbogen in die Öffnung. Aber: Kreist der Reifen nach hinten, bekomme ich im Workshop ums Verrecken den Ellbogen nicht rein.

Letzte Woche habe ich mir darum einen weiteren Online-Workshop von Emma Kenna gekauft. Emma ist ebenfalls extrem lustig, erklärt sehr gut und filmt jeden Trick aus verschiedenen Perspektiven. Sie hat einen „Everything Elbows“-Workshop, mit dem ich gerade übe.

Fazit:

Das war ein sehr inspirierender Workshop, der mir endlos viele Anregungen gegeben hat! Die Gruppe war wunderbar – sehr gemischt von Alter und Hoop-Erfahrung, sehr freundlich, locker, unterstützend. Sogar zwei Männer waren dabei! Und Babz ist natürlich eine absolute Könnerin. Es hat mir viel Spaß gemacht und sich enorm gelohnt.

 

Veröffentlicht von

Ich habe mein ganzes Leben lang etwas gesucht, das ich so gerne mache, dass ich mich nicht dazu aufrappeln muss. Jetzt hab ichs gefunden.