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Leg Hooping – am Bein runter und rauf

Es heißt immer: Nimm einen größeren Reifen, der rotiert langsamer und du hast mehr Platz. Das stimmt. Ich habe sehr viele Bewegungen und Tricks besser mit einem großen, schwereren Reifen gelernt und bin dann nach und nach auf kleinere, leichtere Reifen umgestiegen. Schon 5 cm Durchmesser machen einen großen Unterschied.

Allerdings habe ich gemerkt, dass ich keineswegs überall am Körper mit größeren Reifen klarkomme. Bei mir galt: Für alles, was sich am Oberkörper abspielt, waren die großen Reifen zum Lernen ideal (am besten der ganze große mit 120 cm). An den Beinen kam ich überhaupt nicht damit klar. Dort brauchte ich von Anfang an kleinere, leichtere Reifen – ich habe „am Knie“ mit einem dünneren, leichten 85 cm-Polypro begonnen. Ein Reifen, der mir „oben“ am Körper noch viel zu schwierig war.

Die drei hier sind beim Leghoopingüben meine besten Freunde:

Knee Hooping

Den Reifen am Knie zu halten, ist anfangs schwieriger, weil die Bewegungen deutlich schneller sein müssen als weiter oben am Körper: Der Hoop kreist viel flotter rum. Passt das Timing nicht oder ist die Bewegung nicht ganz richtig, rutscht der Reifen sofort unters Knie – und dann ist erst mal alles verloren.

Man hoopt übrigens nicht direkt auf dem Knie, sondern drüber. Und das eigentliche Ziel ist, die Kontrolle übers gesamte Bein zu bekommen: Also die Fähigkeit, den Reifen beliebig an jede Stelle des Beins zu dirigieren und ihn dort zu halten.

Das ist, wie viele Hooper auf youtube bestätigen, oft eine langwierige Angelegenheit.

Ich habe mit dem dünnen Reifen relativ schnell gelernt, den Reifen überm Knie zu kreisen. Dabei habe ich einfach „manuell“ gestartet, also den Reifen oberhalb des Knies angeschubst und dann in Gang gehalten. Nun nur noch darauf achten, dass man aufrecht stehenbleibt und die Knie nicht nach unten beugt – dann bleibt der Reifen da, wo er sein soll. Natürlich: Je nach Durchmesse muss man das individuelle Timing rauskriegen.

Sehr viel schwieriger ist es, den Reifen kontrolliert von der Taille zum Knie zu manövrieren – und wieder rauf!

Als ich den Reifen relativ gut direkt überm Knie halten konnte, hab ich mich zunächst dran gemacht, mich von oben nach unten zu arbeiten.

Von der Taille zum Knie

Nachdem ich mir, wie immer, dutzendweise youtube-Videos dazu angeschaut habe, habe ich schrittweise geübt, von der Taille immer ein wenig tiefer zu gehen: Erstmal nur lernen, wie sich die Bewegung verändert, wenn der Reifen runter auf die Hüfte kommt.

Das ist für die Kontrolle am gesamten Körper die wahre Schwierigkeit: An einigen Stellen des Körpers verändert sich das Bewegungsmuster, das gebraucht wird, um den Reifen zu steuern und am Kreisen zu halten.

Will ich den Reifen also fließend am Körper rauf- beziehungsweise runterbringen, müssen die einzelnen Körperteile lernen,

  • wie sie sich bewegen müssen
  • und dass der Übergang funktioniert, also das nächste Körperteil mit seiner individuellen Bewegung sozusagen „übernimmt“.

Wer dann noch immer mal den Reifen wechselt, muss immer ein wenig neu trainieren, weil die Größe das Timing verändert und das Gewicht das Gefühl, wie gut man mit dem Reifen in Kontakt ist.

Für Von-der-Taille-abwärts bin ich umgestiegen auf meinen 100 cm-PE-Reifen, weil der schwerer ist und ich gemerkt habe, ich komme für so kontrolliertes Rumdirigieren besser klar, wenn ich den Reifen stärker an mir dran spüre.

Das Wechseln verschiedener Reifen mache ich übrigens praktisch permanent. Ich probiere immer aus: Wie fühlt sich das mit dem Reifen an? Aha, mit dem kann ichs nicht gut, wie wäre es, wenn ich einen leichteren nehme? Ich bin ständig am Durchwechseln und übe auch bei Dingen, die sitzen, immer wieder mit anderen Reifen.

Von der Taille zur Hüfte ging bei mir recht schnell [jeder ist anders – manches geht flott und an anderem beißt man sich erst mal die Zähne aus]. Von der Hüfte bis untern Popo ging noch ganz gut, nur von da wieder raufretten war längere Zeit eine Glückssache. Doch das ist gut: Denn genau das lernt der Körper durch Wiederholungen. Und je mehr man da oben Routine reinkriegt durchs Üben-und-nochmal-üben, desto besser klappt später die Spirale nach oben.

Nach dem Popo kam das Fallen: Immer wenn der Reifen am Oberschenkel war, ist er direkt ans Knie gefallen – dort konnte ich zwar weitermachen, aber den Reifen am Oberschenkel zu halten, geschweige denn gezielt an einer Stelle, das erschien mir lange Zeit nicht machbar.

Immer wenn ich ein wenig resigniert war, hab ich das Beinhooping einfach einige Zeit bleibenlassen und mich anderem gewidmet. Zwischendurch, wenn ich Lust hatte, habe ich immer mal wieder am Bein bisschen was gemacht.

Nebenbei habe ich mir Video über Video reingezogen, mir die verschiedensten Techniken erklären lassen und alles ausprobiert. Erneut habe ich gemerkt, dass alles – auch das, was nicht gleich funktioniert – dem Körper hilft, zu checken, was er tun soll.

Gerade die Beine nutzen wir im Alltag nicht für solche Aufgaben, die Bewegungen sind für Oberschenkelmuskulatur und Gelenke völlig neu. Also muss ich meinem Körper schon etwas Zeit lassen, sich an diese neuen Abläufe zu gewöhnen.

Schließlich kam irgendwann der Moment, wo der Reifen etwas höher als über der Kniescheibe sitzengeblieben ist. Und dann ist er oben nicht gleich gerutscht. Diese Durchbrüche kommen wirklich irgendwann von heute auf morgen.

Von oben nach unten war geschafft! – Aber eben nicht „mal eben“, sondern durch Training, Training, Training. Das betone ich, weil es wichtig ist, nicht zu erwarten, dass die Dinge gleich klappen. Oft geben wir zu früh auf.

Vom Knie zur Taille

Wieder nach oben war eine ganz andere Geschichte! Denn so gut ich mittlerweile das Kniehoopen konnte, so hat sich der Reifen keinen Zentimeter vom Knie wegbewegt. Hier bleib ich.

Ich habe alles versucht! Es gibt den Tipp, anfangs zu tricksen und den Reifen mit dem Knie ein Stück hochzukicken, um ihn damit weiter oben am Oberschenkel praktisch mit dem Popo übernehmen zu können. Aber das Hochlupfen wollte mir erst gar nicht gelingen: Die Füße waren wie im Boden verwurzelt und das Timing war mir ein totales Rätsel.

Schließlich hab ich es mit einer anderen Art der Kick-Methode geschafft: Dabei macht man dieselben Bewegungen wie beim Kneehooping, nur mit einem Bein werden die Bewegungen wuchtiger und schneller, sodass der Reifen stetig nach oben gepusht wird. Das ging, zumindest auf der rechten Seite, dann schließlich. Ein Lichtblick!

Das hab ich dann geübt – rechts und links. Immer wieder.

Und irgendwann habe ich versehentlich stattdessen eine Spirale nach oben gemacht. Das sieht so aus:

Die Spirale rauf war sowieso mein Ziel, denn damit lässt sich viel fließender und kontrollierter der Reifen on body dahinmanövrieren, wo man ihn haben will. Aber ehrlich: Spirale richtig trainieren, das konnte ich nicht. Bei mir war wirklich dieser ganze langwierige Lernprozess davor wichtig – und dann kam diese souveränere Technik tatsächlich von selbst.

Sofort rekonstruieren, was ich da genau gemacht habe, konnte ich nicht. Aber ermutigt vom Durchbruch bin ich einfach drangeblieben, immer wieder von oben nach unten und von unten nach oben zu trainieren. Auch wenn ich von unten nach oben und mit dem linken Bein hinterherhinke.

Jetzt klappts! Aber das heißt noch nicht, dass es superoberlocker geht. Darum packe ich jetzt stetig das Auf und Ab über den ganzen Körper an: Von ganz rauf (über Kopf) bis ganz runter – und umgekehrt. Mit verschiedenen Reifengrößen. Das ist noch ein längerer Prozess.

Damit ich die Kontrolle wirklich überall „on body“ habe, fehlt noch der Unterschenkel, doch da mache ich endlich, endlich erste Fortschritte:

Mehr Freiheit mit und an den Beinen

So richtig verrückt bin ich geworden, weil ich bis vor kurzem partout nicht vom Fleck gekommen bin. Beinhooping ging, aber ich war wirklich wie angewurzelt. Ich verstand einfach nicht, wie das gehen soll, sich mit dem Reifen am Bein zu bewegen.

Tausende Tutorials angeschaut, nichts hat geholfen.

Erst als ich draußen gezielt versucht habe, mit dem Reifen zu gehen, also einfach beim Beinhooping ein paar Schritte nach vorne zu gehen, habe ich langsam erste Bewegung reinbringen können. Das war draußen besonders gut zu üben, weil ich erstens mehr Platz brauchte und zweitens der schwere Reifen ständig auf den Boden krachte Das geht in einer Mietwohnung ja schlecht.

Ab da habe ich mehr und mehr gespürt, wie ich ein wenig Freiraum bekomme, selbst wenn die Bewegungen manchmal nur klitzeklein waren.

Jetzt bin ich erneut umgestiegen, und zwar auf meinen dünnen 90cm-Polypro und habe zunächst wieder nur „manuell“ am Bein gestartet. Da ich den Reifen jetzt etwas höher über der Kniescheibe halten konnte, war es leichter, den Reifen vor dem Abrutschen zu retten. Aus kleinen Fortschritten kam immer mehr Bewegung rein. Da gibt’s noch viel zu lernen, doch ich merke, dass ich jetzt auf einem ganz anderen Level übe, weil ich ein besseres Gefühl habe – und weil meine Beine und Gelenke mittlerweile viel mehr auf Zack sind, was sie tun sollen (+ können).

Weil ich langsam damit anfange, mit zwei Reifen gleichzeitig zu trainieren und das später irgendwann noch mehr werden sollen, ist es umso wichtiger, dass das Kneehooping sitzt. Ziel fürs Multihooping ist, dass der Reifen am Bein ganz automatisch klappt, ohne dass man darüber nachdenken muss. Darum schaue ich jetzt abends meine Serien teilweise im Stehen und hoope nebenbei am Knie. 🙂

Jetzt gilt es also, fleißig „leg manipulation“ zu lernen, also größtmögliche Kontrolle zu bekommen, um den Reifen mit den Beinen zu manipulieren.

  • noch viel mehr Bewegungsfreiheit reinbringen
  • die Kontrolle vor allem auf meiner schwächeren linken Seite zu erhöhen
  • das Hoopen am Unterschenkel und Knöchel zu lernen, letzteres ist schmerzhaft
  • Bein raus (was einfach ist) + Bein rein (was schwerer ist) zu üben
  • und schließlich den Zirkus-Kickup, bei dem man den Reifen am Knöchel startet und dann rauf übers Knie lupft

 

Veröffentlicht von

Ich habe mein ganzes Leben lang etwas gesucht, das ich so gerne mache, dass ich mich nicht dazu aufrappeln muss. Jetzt hab ichs gefunden.