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Kontaktjonglage

Die ganzen Sachen, die ich kürzlich parallel angefangen habe – die Hut-Manipulation und das Jonglieren –, sind alle miteinander verwandt. Das kommt meinem Drang nach Abwechslung zugute. Und ich liebe es, wenn ich ganz verschiedene Sachen lerne, die gleichzeitig alle auf denselben Grundfähigkeiten basieren. Von den unterschiedlichen Formen, Gewichtsverteilung, Größe profitiert natürlich meine Motorik enorm.

Ja, ich habe auch angefangen, „normales“ Jonglieren zu üben – wobei ich das eher nebenbei trainiere. Hauptsächlich widme ich mich neben dem Hoopen + dem Hut gerade dem Kontaktjonglieren.

Darauf bin ich bei der Suche nach Jongliervideos gestoßen – und es hat mich besonders interessiert, weil mir diese Art der Balance und des Rollens beim Hoopen so gut gefällt. Dafür ist allerdings enorm viel Zeit, Geduld und Übung wichtig. Ich denke mir, mit so einem kompakten Ball ist es einfacher, sich die Grundlagen zu erarbeiten als mit einem hoch aufragenden Reifen.

Hier mal zwei kurze Videos, damit Ihr euch vorstellen könnt, wie das ungefähr aussieht (mir war diese Kontaktjonglage komplett neu). Gail O’Brien zeigt sehr schön, wie der Hoop ausbalanciert wird, um dann über die Fingerkuppen in die nächste Bewegung überzugehen.

Niels Duinker gibt einen Eindruck, was mit Kontaktjonglage gemeint ist:

Zu Kontaktjonglage bzw. „contact juggling“ finden sich tonnenweise Videos auf youtube. Wie man beim Stöbern sieht, gibt es da ganz verschiedene Stile – eher so „sphärische“, illusionsmäßige oder eben lebendig-sportlich. Ich mag letzteres.

Was für Bälle sind das?

Oben im Bild die zwei großen Bälle sind die für die Kontaktjonglage: Die Bälle gibt es in verschiedenen Größen bis zu 10 cm. Da ich eher kleine Hände habe, habe ich mich für 8,5 cm entschieden. 10 cm wären sicher zum Lernen noch einfacher, weil der Ball dann mehr Auflagefläche hat. Ich komme trotzdem bestens klar mit den achteinhalb Zentimetern.

Das Durchsichtige ist eine Acrylkugel: Wenn mans kann, nutzt man sowas. Sie sieht toll aus, ist recht schwer und wenn sie runterfällt macht es einen Riesenrumms (bzw. tut weh, wenn man, wie ich, viel im Schneidersitz übt). Außerdem verkratzt die makellose Oberfläche und bekommt Macken, wenn sie zu oft runterfällt.

Aus all diesen Gründen wird empfohlen, mit einem Stageball zu üben. Das ist im Bild oben die silberne Kugel. Das ist einfach eine etwas größere reguläre Jonglierkugel, also wesentlich leichter und wenn man sie auf den Boden wirft, rollt sie einfach davon oder hüpft wieder nach oben. Meine Jonglierbälle habe ich bei Pappnase in München-Schwabing geholt, die Acrylkugel über amazon bestellt.

Ende August habe ich erst so richtig angefangen und übe jetzt fast täglich neben dem Serienschauen. Das mache ich fast nur mit dem Stageball.

Bei der Kontaktjonglage ist der Clou, dass der Ball so gut wie immer Körperkontakt behält. Derzeit übe ich lauter Basics: Wie man den Ball stabil hält, auf der Handfläche beziehungsweise dem Handrücken (statisch + in Bewegung). Den „Wiper“, der u. a. im Video oben gezeigt wird, bei dem sich der Unterarm wie ein Scheibenwischer bewegt und der Ball auf dem Handrücken startet, am höchsten Punkt über die Fingerkuppen auf die Handfläche rollt – und umgekehrt. Am Wochenende habe ich mit Arm-Rolls angefangen.

Wie beim Hoopen gilt: Vieles geht im ersten Anlauf nur mau bis gar nicht. Doch wenn man einige Zeit an Übung reinsteckt, klappts schon nach kurzer Zeit besser.

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Ich habe mein ganzes Leben lang etwas gesucht, das ich so gerne mache, dass ich mich nicht dazu aufrappeln muss. Jetzt hab ichs gefunden.