Artikel

Einrad

Reifen und Einrad

Zu meinem fünfzigsten Geburtstag habe ich mir ein Einrad gewünscht. Nicht, weil ich so akrobatisch talentiert wäre, sondern – ganz im Gegenteil – weil ich verhältnismäßig schlecht bin, was meine Balance angeht.

Nun ist es aber auch beim Hoopen wichtig, z. B. stabil auf einem Bein stehen zu können. Und was ich zudem ganz sicher mal probieren will, ist Seiltanz [allerdings nicht in schwindelnder Höhe].

Da ich aber keine Lust auf klassische Balance-Übungen habe, habe ich mir gedacht, das Einradfahren ist sicher eine lustigere Variante. In meinem Selbstmanagement-Blog habe ich bereits berichtet: Lehrmeister Einrad

Mein erster Trainingsplatz war an einer Schule:

Leider musste ich diesen Trainingsplatz aufgeben. Einerseits, weil die Ferien vorbei sind und dort jetzt zu viel los ist [da das Einrad beim Absteigen oft zu Boden fällt und wegschlittern kann, wäre es zu gefährlich für Passanten]. Ich habe außerdem gemerkt, dass ich mich zu sehr auf die Mauer verlasse. Auch wenn ich das letzte Mal dort flüssig eine Stunde entlang geradelt bin, bin ich doch immer etwas linkslastig gewesen. Die Mauer gab also wichtige Sicherheit, um die Basics kennenzulernen und locker zu werden. Der Schritt, wirklich zu balancieren, muss jetzt ohne gehen:

Super ist, dass das Aufsteigen jetzt schon einigermaßen klappt. Der Clou ist nämlich, dass man kein Gewicht auf den hinteren Fuß gibt, sonst kommt das Rad ins Rollen. – So ganz ohne Festhaltemöglichkeit ist es allerdings meinem Körper + Hirn erneut arg unheimlich.

Ich berichte …

6. Januar – Ich kanns!

Bis 31.12. wollte ich gern „verkehrssicher“ sein, also die Basics soweit beherrschen, dass ich beispielsweise im Englischen Garten fahren kann. Dazu fehlte mir noch das Auf- und Absteigen. Beides habe ich im Dezember intensiv geübt – am 30. Dezember hat das Aufsteigen dann schon zu 80 % funktioniert. Eben habe ich nach der Feiertagspause nochmal probiert, und fast jeder Aufstieg gelang. Sogar die etwas unsauberen Versuche konnte ich fast immer retten.

Damit verkünde ich: Ich kann Einrad fahren. Jetzt heißt es, das Fahren zu verfestigen. Vor allem auch auf unebenem Gelände – erste Versuche auf unregelmäßigem Untergrund, leichten Steigungen oder wenn es abfällt, zeigen, dass das nochmal eine eigene Herausforderung ist. Umso besser, dass ich jetzt auf normalen Wegen und eben im Englischen Garten üben kann. Zusätzlich zu allem, was ich bereits kann, übe ich seit einigen Wochen das Rückwärts- und Auf-der-Stelle-fahren, was dann schon fortgeschrittene Fähigkeiten sind (so fühlen sie sich beim Lernen auch an). Toll!

Wieder losgelegt: Ab Juni …

Anfang des Jahres wurde erst das Wetter schlecht [wenn es nass ist, rutscht man ständig von den Pedalen] und dann kam Corona:

 

Mittlerweile ist bis auf einige Starkregenwochen das Wetter wieder super, sodass ich meist frühmorgens mit dem Einrad übe. Um diese Zeit sind zumindest unter der Woche kaum Leute auf dem Fußballplatz, wo ich ideale Bedingungen zum Fahren habe – und einen Zaun, um Rückwärtsfahren und das Pendeln zu üben.

 

Veröffentlicht von

Ich habe mein ganzes Leben lang etwas gesucht, das ich so gerne mache, dass ich mich nicht dazu aufrappeln muss. Jetzt hab ichs gefunden.