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Drillen

Das Geheimnis beim Hoopenlernen ist die Wiederholung. Die gleiche Bewegung wieder und wieder und wieder zu machen, bis sie sitzt. Und das wird sie!

Ich bin fast täglich erstaunt, wie eine Bewegung, die zunächst gar nicht oder nur sehr holprig abläuft, bereits besser wird, wenn ich sie nur wenige Minuten mache – und dann zwei Stunden später erneut.

Hier muss ich mal wieder vom Stabilometer berichten! Vor zwanzig Jahren habe ich hin und wieder als Probandin bei wissenschaftlichen Versuchen mitgemacht. Eine dieser Versuchsreihen betraf das Stabilometer. Ich hab mal gerade bei Google gesucht und da sieht man, wie das ungefähr aussah.

Jedenfalls ist dieses Stabilometer wie eine Wippe, nur reagiert es extremst sensibel auf jede kleinste Bewegung. Man kann sich das gar nicht vorstellen, wenn man es nicht erlebt hat. Zum einen war es anfangs fast unmöglich, überhaupt die Mitte zu halten, weil es nonstop nach rechts und links gekracht ist. Zum anderen reagiert es so fein, dass man abkippt, selbst wenn man sich gar nicht bewusst bewegt hat. Ich hab gar nichts gemacht!!!

Es gab drei Termine an aufeinanderfolgenden Tagen: Der Versuch dauerte jeweils nur so zehn Minuten. Ziel war: In Balance kommen, Balance halten – und sobald der umgeschnallte Gürtel vibriert, sofort einen Knopf drücken, den man in der Hand hält.

Am ersten Tag ging praktisch nichts: Balance unmöglich – und während ich wild hin- und herkippelte, verpasste ich ständig das Vibrieren. Reaktionszeit unter aller Kanone! Nach zehn Minuten heimgehen.

Am zweiten Tag konnte ich einfach so plötzlich ziemlich gut die Balance halten. Dadurch konzentrierte ich mich besser aufs Vibrieren und war in der Lage, recht schnell zu drücken.

Am dritten Tag stand ich wie ein Einser! Der nette Versuchsleiter hat mir erklärt, dass das Hirn praktisch zwischen dem Tun lernt. – Es ist eine Sache, das irgendwo zu lesen, und eine ganz andere, das so eindrucksvoll zu erleben.

Beim Hoopen ist es genauso

Ich kann mich voll und ganz auf mein Hirn verlassen. Das freut mich riesig, weil ich zwischendurch am Tag einfach mal wenige Minuten eine Bewegung mache – und bereits diese kurzen Einheiten enorm was bringen.

Außerdem bin ich ein totaler Fan von Drills:

Kleine Teil- oder Vorübungen eines Bewegungsablaufs, die wieder und wieder wiederholt werden.

Als ich ganz frisch mit dem Off-Body-Hooping angefangen habe, habe ich tagelang den Reifen nur nach links und dann nach rechts gedreht, um ein Gefühl dafür zu bekommen und nahtlos wechseln zu lernen [Alles immer auf beiden Seiten machen!].

Oder ich bin raus zum Üben und habe eine Stunde lang nur Weaves gemacht. Die sehen nämlich sehr leicht aus, wenn man sie kann. Aber am Anfang ist das recht unkoordiniert, unlocker und zu weit vom Körper weg:

Besonders bewährt haben sich für mich meine Minis, die ich extra aus USA bestellt habe. Denn die sind so klein, dass ich sie beim Serienschauen im Sitzen drehen, rollen, sogar werfen kann.

Oft mache ich einen einzigen Griffwechsel nonstop. Oder ich mache eine spezielle Bewegung mit dem Reifen in Zeitlupe. Die passende Musik auflegen, hilft ungemein. 🙂

Sitzt ein Trick, bin ich mir also sicher, dass ich die Technik korrekt drin habe, wiederhole ich ihn unablässig bis er lockerer wird + ich ihn konsequent kann. Dann übe ich die Bewegung mit einer anderen Hoopgröße, denn das verändert sofort die aufzuwendende Kraft, wo genau ein Schwung ansetzt und die Distanz zum Zielpunkt.

Eine Seite ist naturgemäß die stärkere. Auch wenn die andere Seite schwerfällt oder manchmal ein wenig frustrierend sein kann, ist es umso wichtiger, beide Seiten intensiv zu trainieren. Nicht nur, weil nur so das Hoopdancen viel dynamischer und vielseitiger gelingt, sondern vor allem, damit kein Ungleichgewicht im Körper entsteht.

Das ist auch so eine Sache, die ich großartig finde: Dass ich viel bewusster beide Körperseiten einsetze und merke, dass das klappt. Ich muss dem Körper nur zeigen, was ich von ihm will – und ein wenig geduldiger mit der schwächeren Seite sein. Immerhin wurde die im Alltag bisher weit weniger gefordert. Mal abgesehen davon, dass die Bewegungen beim Hoopen meist so fremd sind, dass ich sie im Leben überhaupt noch nie gemacht habe.

Durch die Drills wird alles so richtig natürlich, locker und fließend.

Hirn und Körper sind schon großartig!

 

Veröffentlicht von

Ich habe mein ganzes Leben lang etwas gesucht, das ich so gerne mache, dass ich mich nicht dazu aufrappeln muss. Jetzt hab ichs gefunden.