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Breaks and Reversals

Vor einigen Monaten habe ich nach Jahrzehnten mal wieder gepuzzelt: Eine psychedelische Katze, die deutlich schwerer ist, als sie aussieht. Ungefähr 30 x war ich überzeugt: Hier fehlt ein Teil! – Das fehlt jetzt aber wirklich! – Es ist unmöglich, das Puzzle fertig zu machen, wenn Teile fehlen!

Es fehlte kein Teil.
Es war möglich, das Puzzle zu machen.

Genauso geht’s mir bei manchen Bewegungen oder Tricks: Es sieht in einem Video-Tutorial total leicht und logisch aus, aber wenn ich es selbst probiere, ist es schwerer als es aussieht. Das kann ich nie!

Mittlerweile hoope ich seit über einem Jahr und kann vieles, von dem ich anfangs überzeugt war, dass ich es nie können werde.

Eins davon sind die Breaks + Reversals.

  • Breaks = Man unterbricht den Reifen in seiner Bewegung, indem man ihm ein Hindernis in den Weg stellt (z. B. eine Hand, ein anderes Körperteil, den Boden).
  • Reversals = Man schickt ihn in die Gegenrichtung.

An der Taille

Die meisten, so auch ich, lernen das zuerst an der Taille. Ich habe mit diesem Tutorial begonnen:

… und bin am Anfang verrückt geworden! Was ich nämlich nicht wusste, ist, dass der Reifen extrem schnell kippt, wenn:

  • das Timing nicht stimmt
  • und/oder man den Reifen mit Hand oder Unterarm nicht wirklich gerade trifft

Wie immer ist alles Übungssache und ich habe mich viele Wochen mit den simpleren Breaks befasst, bis ich das Timing raushatte – und schließlich unablässig die Exaktheit geübt, dass ich den Reifen zum richtigen Zeitpunkt möglichst gerade treffe. Bis ich den Bogen an der Taille raushatte.

An den Schultern

Bei den Level Drills habe ich gemerkt, dass es höchste Zeit ist, mein Brust- und Schulterhooping zu üben, das ich bisher etwas vernachlässigt hatte, weil ich die letzten Monate sehr viel off body gemacht habe.

Also hab ich mir die Breaks & Reversals für die Schultern vorgenommen. Die haben außerdem den Vorteil, dass sie wunderbar das Timing trainieren, die Arme aus dem sich bewegenden Reifen zu nehmen – und wieder rein.

Auch hier bin ich anfangs verrückt geworden, weil der Reifen bei den simplen Breaks vor dem Körper nie gerade blieb. Dazu kommt, dass die Schultern eckig sind und der Reifen holpert, wenn der Körper noch nicht raus hat, wie er für den Reifen eine durchgehend runde „Unterlage“ bieten kann.

Die Lösung ist natürlich wieder: Dranbleiben. Hirn und Körper kriegen den Bogen schon raus, wenn man ihnen die Chance gibt.

Da gibt es noch sehr viel zu üben! Denn erstens ist das natürlich ein guter Video-Ausschnitt, um die verschiedenen Griffe zu zeigen (es gibt noch ein paar schwierigere Varianten, die ich zusätzlich übe). Und zweitens trainiere ich, wie immer, mit mehreren Reifengrößen

Gewicht und Durchmesser machen wieder eine Menge aus: Mit den schweren Dance-Reifen finde ich diese Art von Breaks + Reversals fast unmöglich, weil der Reifen einfach zu träge reagiert.

So richtig gut gelernt habe ich es mit meinem 90 cm-Polypro. Da für alle anderen Tricks und Bewegungen die 80 cm komfortabler für mich sind, übe ich parallel mit meinen 85 cm- und 80 cm-Reifen, wo es lange noch nicht so bequem ist, wie mit dem größeren. Immer wieder erstaunlich, wie viel Unterschied ein paar Zentimeter machen.

Eine weitere Herausforderung, die ich momentan einbaue: Noch mehr Bewegung reinbringen. In der Wohnung habe ich nicht so viel Platz und muss es weitgehend beim Um-die-eigene-Achse-drehen belassen – doch draußen schaue ich gezielt, dass ich viel mehr Tanz reinbringe und während den Breaks + Reversals mal nach vorne und zurück gehe.

Ich bin begeistert, wie toll das jetzt doch schon klappt. Gerade, weil ich anfangs überzeugt war: Das geht einfach nicht!

 

Veröffentlicht von

Ich habe mein ganzes Leben lang etwas gesucht, das ich so gerne mache, dass ich mich nicht dazu aufrappeln muss. Jetzt hab ichs gefunden.